
Wie eine Website für Anwälte und Steuerberater die richtigen Mandate bringt: Spezialisierung, Vertrauen, Erstanfrage, Berufsrecht, Datenschutz und Kosten.
Kanzlei-Websites haben einen merkwürdigen Ruf: seriös bis zur Unsichtbarkeit. Ein Foto der Partner vor einem Bücherregal, eine Liste von vierzehn Rechtsgebieten, ein Satz über „kompetente und persönliche Beratung“. Man könnte das Logo austauschen, und niemand würde es merken.
Das Problem ist nicht die Seriosität. Das Problem ist, dass ein potenzieller Mandant auf so einer Website nicht erfährt, ob diese Kanzlei sein Problem besonders gut lösen kann. Und das ist die einzige Frage, die er hat.
Dieser Beitrag gilt für Anwaltskanzleien und Steuerberatungen gleichermaßen. Er ist ein praktischer Überblick, keine Rechtsberatung; die berufsrechtlichen Details klären Sie mit Ihrer Kammer.
Wie Mandanten eine Kanzlei auswählen
Ein Unternehmer mit einem arbeitsrechtlichen Problem, eine Erbin mit Fragen zum Nachlass, ein Start-up, das einen Steuerberater sucht: Sie alle suchen nicht „eine Kanzlei“, sondern jemanden, der genau ihre Situation schon oft gesehen hat. Sie prüfen auf der Website drei Dinge:
- Spezialisierung. Macht diese Kanzlei das, was ich brauche, als Schwerpunkt oder nur nebenbei?
- Vertrauen. Wer sind die Menschen, welche Qualifikationen haben sie, wirkt das professionell und diskret?
- Zugang. Wie einfach und vertraulich kann ich Kontakt aufnehmen, und was passiert dann?
Eine Website, die alle Rechtsgebiete gleich gewichtet, beantwortet die erste Frage für niemanden.
Spezialisierung sichtbar machen
Weniger Schwerpunkte, klar benannt. Wenn Ihre Kanzlei drei Kernbereiche hat, stehen diese drei auf der Startseite. Alles andere findet sich eine Ebene tiefer.
Eine Seite pro Schwerpunkt, geschrieben für Mandanten. Nicht die Systematik des Gesetzbuchs, sondern die Situationen, in denen Menschen zu Ihnen kommen: „Kündigung erhalten“, „Unternehmensnachfolge regeln“, „Betriebsprüfung angekündigt“. Jede Seite erklärt verständlich, worum es geht, wie Sie vorgehen und was der erste Schritt ist.
Antworten auf häufige Fragen. Die Fragen, die Sie im Erstgespräch immer wieder hören, gehören auf die Website. Das schafft Vertrauen, entlastet das Sekretariat und wird von Google und KI-Assistenten gelesen.
Vertrauen aufbauen
Echte Personen. Partnerinnen, Partner und Team mit guten Fotos, Werdegang, Schwerpunkten und Sprachen. Mandanten beauftragen Menschen, nicht Kanzleinamen.
Qualifikationen. Fachanwaltschaften, Zulassungen, Lehrtätigkeiten, Veröffentlichungen, sofern berufsrechtlich zulässig angegeben.
Ein Auftritt, der zur Positionierung passt. Eine Wirtschaftskanzlei für Mittelständler sollte anders aussehen als eine Kanzlei für Privatpersonen im Familienrecht. Das Corporate Design ist hier kein Schmuck, sondern Teil der Botschaft.
Transparenz. Wie läuft ein Mandat ab? Was kostet die Erstberatung? Wie wird abgerechnet? Nicht jede Kanzlei kann Honorare pauschal nennen, aber jede kann den Ablauf erklären.
Was das Berufsrecht erlaubt
Kanzleien dürfen werben, aber sachlich. Für Rechtsanwälte regeln das vor allem § 43b der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) und die Berufsordnung (BORA), für Steuerberater das Steuerberatungsgesetz und die Berufsordnung der Steuerberater.
In der Praxis heißt das:
- Erlaubt sind sachliche Informationen über Tätigkeit, Schwerpunkte, Qualifikationen, Kanzlei und Ablauf.
- Problematisch sind irreführende Angaben, Erfolgsversprechen, vergleichende Superlative ohne Grundlage und Werbung, die auf ein konkretes Mandat im Einzelfall zielt.
- Fachanwaltstitel dürfen nur geführt werden, wenn sie verliehen wurden; bei Begriffen wie „Spezialist“ ist Vorsicht geboten.
Das klingt nach Einschränkung, ist aber für eine gute Website kaum eine: Nützliche, verständliche Information ist ohnehin das stärkste Marketing einer Kanzlei. Lassen Sie die Texte vor dem Launch von der Person prüfen, die in Ihrer Kanzlei für Berufsrecht zuständig ist.
Die Erstanfrage: einfach und vertraulich
Wer eine Kanzlei kontaktiert, hat oft ein heikles Anliegen. Das Anfrageformular sollte deshalb:
- wenige Felder haben: Name, Kontakt, Rechtsgebiet oder Thema, Rückrufwunsch,
- nicht zu Details einladen, die vertraulich sind; die gehören ins Gespräch,
- verschlüsselt senden und nur an die zuständige Stelle gehen,
- klar sagen, was passiert: wer sich meldet, wie schnell und ob die Erstanfrage etwas kostet.
Eine Online-Terminbuchung für Erstgespräche kann sinnvoll sein, wenn Ihre Kanzlei viele Anfragen von Privatpersonen hat. Wie man zwischen Tool und eigenem System entscheidet, steht in Online-Terminbuchung für die Website.
Datenschutz und Technik
Kanzleien verarbeiten besonders vertrauliche Informationen, und die Website ist der erste Kontaktpunkt. Technisch heißt das: selbst gehostete Schriften, kein Tracking ohne Einwilligung, keine eingebetteten Karten oder Videos, die beim Laden schon Daten an Dritte schicken, und Auftragsverarbeitungsverträge mit jedem Dienstleister. Die Details stehen in der technischen DSGVO-Checkliste.
Ins Impressum gehören für Kanzleien zusätzliche Angaben, darunter Berufsbezeichnung, zuständige Kammer, die berufsrechtlichen Regelungen und bei Rechtsanwälten die Berufshaftpflichtversicherung. Die Kammern stellen dafür Hinweise bereit.
Und eine Kanzlei-Website sollte schnell und barrierefrei sein: Mandanten lesen sie oft auf dem Smartphone, in einer stressigen Situation.
Gefunden werden: bei Google und in KI-Antworten
Immer mehr Mandanten stellen ihre erste Frage nicht Google, sondern einem KI-Assistenten: „Was tun nach einer Abmahnung?“ oder „Brauche ich für eine GmbH-Gründung einen Steuerberater?“. Ob Ihre Kanzlei in der Antwort auftaucht, kontrolliert niemand. Was Sie kontrollieren: Seiten, die genau solche Fragen im ersten Satz klar beantworten, vollständiges HTML, das jeder Crawler lesen kann, strukturierte Daten zu Kanzlei, Personen und Leistungen und einheitliche Angaben in Verzeichnissen und im Google-Unternehmensprofil.
Für die klassische Suche gilt dasselbe, ergänzt um lokale Signale: Ort und Rechtsgebiet in Seitentiteln, echte Bewertungen und eine schnelle mobile Website. Wie das konkret aussieht, steht in KI-Sichtbarkeit: So taucht Ihr Unternehmen in ChatGPT auf.
Was eine Kanzlei-Website kostet
Bei uns beginnt eine individuelle Website ab 3.900 €, Marke und Website zusammen ab 5.500 €, jeweils als Festpreis nach einem kurzen Gespräch. Eine Website dauert in der Regel 2 Wochen, Marke und Website 3 bis 4 Wochen. Den Preis treiben vor allem die Zahl der Schwerpunkt- und Personenseiten, mehrere Standorte oder Sprachen und der Umfang an neuen Texten.
Was enthalten sein sollte, egal bei welchem Anbieter, steht in Was kostet eine Website?.
Wo Kanzlei-Projekte ins Stocken geraten
Nicht bei der Technik, sondern bei der Abstimmung. Wenn fünf Partner jeden Satz ihres Rechtsgebiets einzeln freigeben, wird aus zwei Wochen schnell ein halbes Jahr. Was hilft:
- Eine Person, die im Projekt entscheidet und intern sammelt.
- Texte vom Studio, nach einem Gespräch pro Schwerpunkt, die Partner prüfen nur die fachliche Richtigkeit.
- Ein fester Rahmen für Korrekturen, damit das Projekt ein Ende hat. Warum wir drei Runden pro Phase einplanen, steht in Korrekturschleifen richtig geregelt.
Wenn Ihre heutige Kanzlei-Website erneuert werden soll, ohne dass Sie bei Google an Sichtbarkeit verlieren, beschreibt die Seite Website-Relaunch unser Vorgehen. Was eine neue Website bei uns umfasst, steht unter Website erstellen lassen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Kanzlei-Website?
Das hängt vor allem von der Zahl der Rechtsgebiete oder Leistungsbereiche, den Sprachen und dem Umfang an neuen Texten ab. Bei Unlockd beginnt eine individuelle Website ab 3.900 €, Marke und Website zusammen ab 5.500 €, jeweils als Festpreis nach einem kurzen Gespräch. Texte, technisches SEO, Barrierefreiheit und Weiterleitungen Ihrer alten Adressen sind enthalten.
Was darf eine Anwaltskanzlei auf ihrer Website werben?
Sachliche Informationen über Tätigkeit, Spezialisierung, Qualifikationen und Kanzlei sind erlaubt; für Rechtsanwälte regeln das vor allem § 43b BRAO und die BORA. Unzulässig sind etwa irreführende Angaben und Werbung, die auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist. Fachanwaltstitel dürfen nur mit Verleihung genannt werden. Klären Sie Einzelfragen mit Ihrer Kammer.
Was muss ins Impressum einer Kanzlei-Website?
Neben Name, Anschrift und Kontaktdaten unter anderem die gesetzliche Berufsbezeichnung und der Staat, in dem sie verliehen wurde, die zuständige Kammer, die berufsrechtlichen Regelungen und je nach Rechtsform Register- und Steuerangaben. Für Rechtsanwälte gehören auch Angaben zur Berufshaftpflichtversicherung dazu. Den genauen Wortlaut prüfen Sie mit Ihrer Kammer.
Wie bekommt eine Kanzlei über die Website die richtigen Mandate?
Durch klare Spezialisierung statt Bauchladen, Seiten, die typische Fragen der Zielmandanten verständlich beantworten, sichtbare Qualifikationen und Personen, Transparenz zum Ablauf und zu Honoraren, soweit möglich, und eine einfache, vertrauliche Erstanfrage. So sortieren sich unpassende Anfragen aus, bevor sie Zeit kosten.
Wie lange dauert eine neue Kanzlei-Website?
Bei Unlockd in der Regel 2 Wochen, mit neuem Corporate Design 3 bis 4 Wochen. Die meiste Zeit kostet erfahrungsgemäß die interne Abstimmung der Texte zwischen mehreren Partnern. Deshalb schreiben wir die Texte nach einem Gespräch selbst und vereinbaren am ersten Tag, wer freigibt.


