
Was ChatGPT, Perplexity und Googles KI-Antworten dazu bringt, ein Unternehmen zu nennen, was Sie auf der Website steuern und was woanders passieren muss.
Vor einem Jahr fragten mich Kunden, wie sie bei Google auf Seite eins kommen. Heute fragen sie immer öfter: „Wie kommen wir in ChatGPT?“ Weil ihre eigenen Kunden dort anfangen zu suchen. Ein Einkäufer fragt nach „Brandschutzfirmen in den Niederlanden mit CCV-Zertifizierung“, eine Familie nach „Wohnungen am Meer in Montenegro“, ein Geschäftsführer nach „Agentur für WordPress-Migration ohne SEO-Verlust“.
Ich will hier nüchtern bleiben, denn um das Thema ist viel Hype entstanden. Niemand kontrolliert, was ein KI-Assistent antwortet. Aber es gibt klare Dinge, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, genannt zu werden, und einige, die sie zuverlässig zerstören.
Warum das jetzt zählt
Ein Beispiel aus unserer eigenen Arbeit: Bei Nekretnina.me, einem Immobilienkatalog für Montenegro auf Serbisch, Englisch und Russisch, kamen zwischen dem 10. und 29. September 2026 laut GA4 331 von 2.022 Sitzungen von chatgpt.com, also 16 %. Das ist kein Versprechen für Ihre Website, aber es zeigt, dass KI-Assistenten bereits echte Besucher schicken, wenn eine Website für sie lesbar ist.
Dazu kommt: Googles KI-Übersichten beantworten viele Fragen direkt in der Suche. Wer dort als Quelle erscheint, wird gesehen; wer nicht, verliert Klicks, auch bei guter Position.
Wie KI-Assistenten entscheiden, wen sie nennen
Vereinfacht gibt es zwei Wege, wie ein Unternehmen in einer Antwort landet:
- Aus dem Trainingswissen des Modells. Das entsteht aus dem, was zum Trainingszeitpunkt öffentlich und häufig über Sie geschrieben wurde.
- Aus einer Live-Suche. ChatGPT, Perplexity und Googles KI-Übersichten durchsuchen das Web, lesen einige Seiten und fassen sie zusammen.
Für beide Wege gilt: Genannt wird, wer lesbar ist, eine Frage klar beantwortet und von mehreren Quellen bestätigt wird. Auf der eigenen Website steuern Sie die ersten beiden Punkte vollständig, den dritten nur indirekt.
Teil 1: Was Sie auf der eigenen Website steuern
Vollständiges HTML für jeden Crawler. Viele moderne Websites sind als JavaScript-Apps gebaut: Der Browser bekommt eine fast leere Seite und baut den Inhalt erst danach zusammen. Google kommt damit meist zurecht, viele KI-Crawler nicht. Machen Sie den Test: Rechtsklick, „Seitenquelltext anzeigen“. Steht Ihr Text dort nicht, ist Ihre Website für einen Teil der KI-Crawler leer. Unsere Websites werden deshalb vorgerendert, mit Next.js.
Antworten im ersten Satz. KI-Systeme ziehen gern Sätze heraus, die eine Frage direkt beantworten. „Eine Unternehmenswebsite kostet bei uns ab 3.900 € als Festpreis“ ist zitierbar. „Jedes Projekt ist individuell, sprechen Sie uns an“ ist es nicht. Schreiben Sie Seiten und FAQ so, dass der erste Satz die Antwort ist und der Rest die Details liefert.
Eine Seite pro Frage, die Ihre Kunden stellen. Leistungen, Preise, Ablauf, Einsatzgebiet, Vergleiche („X oder Y?“), Kosten. Je genauer eine Seite eine konkrete Frage beantwortet, desto eher wird sie als Quelle genutzt.
Strukturierte Daten. Schema-Markup beschreibt maschinenlesbar, wer Sie sind (Organisation, Adresse, Gründer), was Sie anbieten (Leistungen, Preise ab), und welche Fragen eine Seite beantwortet (FAQ). Das hilft Suchmaschinen und KI-Systemen, Fakten eindeutig zuzuordnen.
Eine llms.txt-Datei. Eine einfache Textdatei im Stammverzeichnis, die Unternehmen, Leistungen und wichtigste Seiten zusammenfasst. Wie stark KI-Anbieter sie nutzen, ist offen; sie kostet aber kaum Aufwand.
Konsistente Fakten. Gleicher Firmenname, gleiche Leistungen, gleiche Preise, gleiche Kontaktdaten auf allen Seiten. Widersprüche machen Sie für eine Maschine unsicher.
KI-Crawler nicht aussperren. Prüfen Sie Ihre robots.txt. Manche Vorlagen oder Sicherheits-Plugins blockieren KI-Crawler pauschal. Ob Sie das wollen, ist Ihre Entscheidung; es sollte aber eine bewusste sein.
Schnelle, saubere Seiten. Crawler haben Zeitbudgets. Langsame, überladene Seiten werden seltener und unvollständiger gelesen. Warum Ladezeit auch sonst zählt, steht in Ladezeit als Markensignal.
Teil 2: Was außerhalb der Website passieren muss
Ein KI-Assistent vertraut Ihnen eher, wenn andere dasselbe über Sie sagen. Das ist die Arbeit, die viele Unternehmen unterschätzen:
- Google-Unternehmensprofil vollständig, mit echten Bewertungen.
- Branchenverzeichnisse und Plattformen mit identischen Angaben: Name, Leistungen, Ort, Website.
- Erwähnungen in Fachmedien, Verbandsseiten, Partner- und Kundenwebsites, etwa ein „Website von …“-Hinweis im Footer eines Kunden.
- Bewertungen auf den Plattformen, die in Ihrer Branche zählen.
- Ein klares Profil der Personen hinter dem Unternehmen, etwa auf LinkedIn und auf einer eigenen Seite der Website.
Das ist langsame Arbeit, aber sie wirkt doppelt: für Google und für KI-Assistenten.
Ein Wort zu Datenschutz und Kontrolle
Manche Unternehmen wollen bewusst nicht, dass KI-Anbieter ihre Inhalte lesen. Das ist eine legitime Entscheidung, etwa bei exklusiven Fachinhalten. Sie hat aber einen Preis: Wer KI-Crawler aussperrt, taucht in deren Live-Antworten seltener als Quelle auf. Entscheiden Sie das pro Bereich: Öffentliche Leistungs- und Preisseiten sollen gefunden werden, interne oder kostenpflichtige Inhalte nicht. Und vergessen Sie nicht, dass Kundendaten ohnehin nie auf öffentlichen Seiten stehen sollten.
Was nicht funktioniert
- Massenhaft KI-generierte Texte, die nichts Neues sagen. Sie verwässern Ihre Website, statt sie zur Quelle zu machen.
- Versteckte Anweisungen an KI-Systeme im Seitentext. Das ist Manipulation und kann Ihrer Glaubwürdigkeit schaden.
- Anbieter, die Nennungen garantieren. Niemand kontrolliert, was ein Modell antwortet.
- Nur auf llms.txt setzen. Eine Zusammenfassung ersetzt keine lesbaren, nützlichen Seiten.
So messen Sie KI-Sichtbarkeit
In der Webanalyse. Besuche von chatgpt.com, perplexity.ai und anderen KI-Diensten erscheinen in GA4 als Verweisquellen. Legen Sie dafür eine eigene Gruppe an und beobachten Sie den Verlauf.
Mit Stichproben. Notieren Sie zehn Fragen, die Ihre Kunden stellen würden, und stellen Sie sie einmal im Monat ChatGPT, Perplexity und Google. Wer wird genannt, welche Quellen werden verlinkt? Das ist unwissenschaftlich, zeigt aber Trends.
In der Search Console. Längere, fragenartige Suchanfragen zeigen, ob Ihre Seiten für die Fragen auftauchen, die auch KI-Assistenten beantworten.
Wo Sie anfangen sollten
- Prüfen Sie den Seitenquelltext Ihrer wichtigsten Seiten. Steht der Text drin?
- Schreiben Sie für Ihre fünf wichtigsten Leistungen je eine Seite, deren erster Satz die Kernfrage beantwortet, mit Preis ab, Dauer und Ablauf.
- Ergänzen Sie FAQ mit echten Kundenfragen und strukturierten Daten.
- Bringen Sie Google-Unternehmensprofil und Verzeichniseinträge auf denselben Stand.
- Messen Sie ab heute die Besuche aus KI-Diensten.
Wenn Ihre Website technisch das Problem ist, etwa weil sie als JavaScript-App gebaut ist, hilft nur ein Umbau. Wie wir Websites für Suche und KI-Suche bauen, steht unter Website erstellen lassen. Wer die laufende Arbeit an Inhalten und Seiten automatisieren will, findet sie im Unlockd KI-SEO-Modul. Und unser Website-Audit prüft in 3 Tagen auch, wie lesbar Ihre Website heute für KI-Crawler ist.
Häufige Fragen
Wie wird mein Unternehmen in ChatGPT gefunden?
Indem es für KI-Assistenten lesbar, eindeutig und von anderen bestätigt ist. Die Website muss vollständiges HTML liefern, Fragen im ersten Satz beantworten und strukturierte Daten zu Unternehmen und Leistungen enthalten. Zusätzlich helfen konsistente Einträge in Verzeichnissen, Bewertungen und Erwähnungen in Fachmedien. Eine Nennung garantieren kann niemand.
Was ist KI-Sichtbarkeit oder GEO?
KI-Sichtbarkeit beschreibt, ob und wie ChatGPT, Perplexity, Gemini oder Googles KI-Übersichten Ihr Unternehmen in Antworten nennen. GEO (Generative Engine Optimization) ist die Arbeit daran: Inhalte, Technik und externe Erwähnungen so gestalten, dass KI-Systeme Sie verstehen und zitieren können. Vieles davon überschneidet sich mit gutem SEO.
Wie kann ich meine KI-Sichtbarkeit messen?
Auf zwei Wegen. Erstens in der Webanalyse: Besuche von chatgpt.com, perplexity.ai oder anderen KI-Diensten erscheinen als eigene Quellen. Zweitens durch regelmäßige Stichproben: Stellen Sie den Assistenten die Fragen, die Ihre Kunden stellen würden, und notieren Sie, wer genannt wird. Tools, die das automatisieren, liefern Trends, keine exakten Werte.
Brauche ich eine llms.txt-Datei?
Sie schadet nicht und ist schnell erstellt: eine einfache Textdatei, die Ihr Unternehmen, Ihre Leistungen und die wichtigsten Seiten zusammenfasst. Ob und wie stark KI-Anbieter sie nutzen, ist nicht verbindlich festgelegt. Wichtiger sind vollständiges HTML, klare Antworten auf Ihren Seiten und strukturierte Daten; die llms.txt ist eine Ergänzung, kein Ersatz.
Warum sieht ChatGPT meine Website nicht?
Häufig, weil die Website als reine JavaScript-App gebaut ist und Crawler beim ersten Abruf fast leere Seiten bekommen, weil robots.txt KI-Crawler blockiert oder weil Inhalte nur in Bildern, PDFs oder hinter Formularen stehen. Ein Test: Rufen Sie den Quelltext Ihrer Seite auf. Steht Ihr Text nicht darin, sehen viele Crawler ihn auch nicht.


