
Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust: Wenn URLs, Inhalte und Weiterleitungen nicht geplant sind, kostet ein Relaunch Rankings. Die Checkliste.
Ein Relaunch soll eine Website besser machen. Zu oft macht er sie erst einmal unsichtbarer: Die neue Seite sieht gut aus, und drei Wochen später sind die Anfragen über Google eingebrochen. Das ist kein Naturgesetz. Rankings gehen bei einem Relaunch fast immer aus denselben, vermeidbaren Gründen verloren.
Hier ist die Checkliste, mit der wir jeden Relaunch planen.
Vor dem Design: Bestandsaufnahme
1. Alle URLs erfassen. Crawlen Sie die bestehende Website vollständig und exportieren Sie alle URLs, auch PDFs, Bilder mit Traffic und alte Landingpages, die im Menü nicht mehr auftauchen.
2. Die wertvollen Seiten markieren. Aus Google Search Console die Seiten mit Klicks und Impressionen der letzten zwölf Monate, aus einem Backlink-Tool die Seiten mit externen Links. Diese Seiten dürfen beim Relaunch nicht verschwinden.
3. Seitentitel, Beschreibungen und Überschriften sichern. Was heute rankt, rankt auch wegen dieser Texte. Ändern Sie sie bewusst, nicht nebenbei.
4. Ziele und Tracking dokumentieren. Welche Formulare, Telefonklicks und Downloads werden heute gemessen? Nach dem Launch müssen dieselben Ziele wieder messbar sein, sonst können Sie nicht vergleichen.
Während der Planung: Struktur und Inhalte
5. Inhalte nicht versehentlich streichen. Der häufigste Fehler: Eine lange Leistungsseite, die seit Jahren rankt, wird im neuen Design zu drei Sätzen und einem Bild. Kürzen Sie für Leser, aber behalten Sie die Substanz, die Suchanfragen beantwortet.
6. URLs möglichst behalten. Jede geänderte URL ist ein Risiko. Ändern Sie URLs nur, wenn die neue Struktur wirklich besser ist, und dann konsequent.
7. Einen vollständigen Weiterleitungsplan erstellen. Jede alte URL bekommt eine 301-Weiterleitung auf die inhaltlich passendste neue Seite. Nicht alles pauschal auf die Startseite, das wertet Google wie einen Fehler (Google Search Central: Weiterleitungen).
8. Mehrsprachigkeit richtig planen. Bei mehreren Sprachen braucht jede Sprachversion eigene URLs, übersetzte Metadaten und hreflang-Tags, die sich gegenseitig referenzieren (Google Search Central: hreflang).
Vor dem Launch: technische Prüfung
9. Staging für Suchmaschinen sperren. Die Testumgebung darf nicht indexiert werden, und beim Launch muss diese Sperre auf der Live-Seite wieder entfernt sein. Ein vergessenes noindex ist einer der teuersten Fehler überhaupt.
10. Weiterleitungen testen. Alle alten URLs automatisiert gegen den Weiterleitungsplan prüfen: Status 301, richtiges Ziel, keine Ketten.
11. Performance messen. Core Web Vitals auf echten Mobilgeräten prüfen. Eine neue Website, die langsamer ist als die alte, verschenkt einen Vorteil. Mehr dazu im Beitrag Ladezeit als Markensignal.
12. Strukturierte Daten, Canonicals und Sitemap. Schema-Markup für Unternehmen, Leistungen und FAQ, ein Canonical-Tag auf jeder Seite, eine aktuelle XML-Sitemap (Google Search Central: strukturierte Daten).
Nach dem Launch: die ersten zwei Wochen
13. Sitemap einreichen. Die neue Sitemap in Google Search Console und Bing Webmaster Tools einreichen, damit die neuen URLs schnell gecrawlt werden.
14. Search Console täglich prüfen. 404-Fehler, Weiterleitungsfehler, Seiten, die „gefunden, aber nicht indexiert“ sind. Jeder Fehler wird am selben Tag behoben.
15. Rankings und Anfragen vergleichen. Die wichtigsten Suchbegriffe und die Zahl der Anfragen mit den Werten vor dem Launch vergleichen. Schwankungen sind normal, ein anhaltender Einbruch hat fast immer eine konkrete Ursache.
Relaunch von WordPress?
Viele Relaunches sind gleichzeitig ein Wechsel weg von WordPress. Dann kommt zur Checkliste die Übernahme der Inhalte aus der Datenbank dazu. Die detaillierte Checkliste dafür steht im Beitrag WordPress zu Next.js migrieren, und warum sich der Wechsel oft rechnet, im Beitrag über die versteckten Kosten von WordPress.
Jeder Website-Relaunch, den wir machen, enthält Bestandsaufnahme, Weiterleitungsplan und die Kontrolle nach dem Launch, ohne Aufpreis. So erstellen wir Websites, und so läuft eine Migration von WordPress zu Next.js. Wenn Sie vorher wissen wollen, wo Ihre Website heute steht: das Website-Audit in 3 Tagen.
Häufige Fragen
Verliert man bei einem Website-Relaunch Google-Rankings?
Nicht zwingend. Rankings gehen meist verloren, weil alte URLs nicht per 301 weitergeleitet, gut rankende Inhalte gestrichen oder Seitentitel ohne Grund geändert werden. Mit sauberer Planung bleiben sie in der Regel stabil, garantieren kann das aber niemand, weil Google die Website neu bewertet.
Was muss man vor einem Relaunch sichern?
Eine Liste aller URLs mit Traffic, Rankings und Backlinks, die aktuellen Seitentitel und Beschreibungen, die Inhalte der wichtigsten Seiten, die Daten aus Google Search Console und Analytics sowie Formulare und Tracking-Ziele.
Wie lange dauert es, bis sich Rankings nach einem Relaunch erholen?
Bei sauberen Weiterleitungen sind Schwankungen in den ersten Wochen normal. Hält ein Einbruch länger an, liegt meist ein konkreter Fehler vor: fehlende Weiterleitungen, blockierte Seiten oder verlorene Inhalte.
Was kostet ein Website-Relaunch?
Das hängt von Umfang, Sprachen und Integrationen ab. Bei Unlockd beginnt eine neue Website ab 3.900 €, eine Migration von WordPress zu Next.js ab 2.900 €, jeweils als Festpreis, mit Weiterleitungsplan inklusive.


